8. Qualifizierungsmodul des Landesprogramms „Präventionsketten Hessen“
Bericht zur Veranstaltung vom 09.02.2026
Datum: Mo., 09.02.2026
Zeit: 10:00-16:30 Uhr
Ort: Frankfurt am Main
8. Qualifizierungsmodul des Landesprogramms „Präventionsketten Hessen“
In der 8. Qualifizierung des Landesprogramms „Präventionsketten Hessen“, standen die Themen Prozessoptimierung und Wirkungskommunikation im Fokus.
„Expert Level – Prozessoptimierung und Wirkungskommunikation“
Dagmar Lettner von MitWirkung - Perspektiven für Familien in Berlin, begleitete die Veranstaltung fachlich und setzte zahlreiche Impulse, die zur Reflexion der eigenen Arbeit einluden.
Bilanzieren – Fortschritte werden sichtbar
Am Vormittag setzten sich die Koordinierenden der teilnehmenden Kommunen intensiv mit der Bilanzierung der bisherigen Entwicklungen und Wirkungen ihrer kommunalen Präventionsketten und mit der Frage nach einer erfolgreichen Kommunikation darüber auseinander.
Die Ergebnisse aus den Interviews mit den Kommunen wurden mit dem Fokus „Wirkungen entdecken und zuordnen“ sichtbar gemacht. Mit Hilfe der individuellen kommunalen Wirkungsmodelle, die von den Kommunen in gemeinsamen Workshops mit der Landeskoordinierungsstelle entwickelt wurden, konnten die Teilnehmenden zentrale Aussagen und Beobachtungen strukturieren und einordnen. Sichtbar wurden sowohl erste strukturelle Veränderungen, etwa in Zusammenarbeit, Steuerung und Vernetzung, als auch auf der Ebene konkreter Angebote.
Auf dieser Grundlage arbeiteten die Koordinierenden zusätzlich mit einem eigens durch die Landeskoordinierungsstelle entwickelten Wirkungsraster, welches sich sehr gut für die kleinteiligere Arbeit anbietet. Das Wirkungsraster bricht die Komplexität der Wirkungsmodelle herunter und ermöglicht einen kurzfristigen Überblick über die Entwicklungen und erste Wirkungseinschätzungen auf Ebenen der Multiplikator*innen und der Kinder und Familien selbst.
In dieser reflektierenden Arbeitsphase wurde deutlich was bereits gut gelingt, wo im kommenden Jahr genauer hingeschaut werden sollte, welche Punkte noch beschäftigen und wo es Bedarf an Rückmeldung und Klärung gibt. Parallel dazu konnten Aspekte gefunden werden, die als besonders positiv und zukunftsweisend erlebt werden. Als Beispiele wurden hier u. a. in einigen Kommunen bereits verstetigte Koordinierungsstellen genannt, was der guten Kooperation von Politik und Verwaltung zuzuschreiben sei sowie die verbesserte Erreichbarkeit der Familien, durch niedrigschwellige Angebote zum Zugang von Unterstützungsleistungen.
Durch die gegenseitige Spiegelung ihrer Wahrnehmungen wurden der aktuelle Stand der individuellen Arbeit sowie die Möglichkeiten und Notwendigkeiten für die nächste Phase der Weiterentwicklung ihrer Präventionsketten deutlich.
Blick zurück – um nach vorne zu schauen
Im zweiten Teil der Qualifizierungsveranstaltung stand eine SWOT-Analyse der eigenen Strategie und ihrer Kommunikation im Mittelpunkt. Dabei wurde die aktuelle Ausrichtung sowohl im Hinblick auf interne Strukturen als auch vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen reflektiert. Ziel war es, Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken systematisch zu beleuchten und daraus konkrete Handlungsansätze für die Weiterentwicklung der eigenen Strategie abzuleiten.
Zur Vertiefung erhielten die Teilnehmenden Leitfragen, die die Analyse gezielt unterstützen sollten:
Wie gut sind die Amtsleitungen in die strategische Arbeit und Kommunikation eingebunden?
Welche Themen und Entwicklungen werden in diesem Jahr voraussichtlich besonders wichtig?
Nach der Bearbeitung durch die Koordinierenden wurden die zentralen Erkenntnisse im Plenum zusammengetragen und diskutiert, um Perspektiven und Prioritäten sichtbar zu machen.
Anschließend richtete sich der Blick nach vorn: Unter dem Leitmotiv „Von innen nach außen“ formulierten die Teilnehmenden eine persönliche Überschrift bzw. Essenz für ihre nächste Phase. Im Fokus standen dabei die Fragen: Mit welcher Strategie setze ich dies um? Was nehme ich mir konkret vor, auch mit Blick auf Wirkung und Nachhaltigkeit meiner Arbeit?
Dabei wurde auch auf die eigene Motivation und Lernerfahrungen geblickt. Ausgangspunkt war die Frage: Was habe ich bisher gelernt, das mir in meiner aktuellen Rolle und für die kommende Phase nützt?
Die Reflexion erfolgte auf mehreren Prozessebenen, um ein umfassendes Verständnis des persönlichen und organisatorischen Lernens zu ermöglichen:
Fachliche Ebene (Inhalte, Methoden, Strategien)
Macht- und mikropolitische Ebene (Einfluss, Aushandlungen, Entscheidungsprozesse)
Sozial-emotionale Ebene (Beziehungen, Vertrauen, Zusammenarbeit)
Ebene des Lernens (individuell und im Team)
Organisationale Ebene (Strukturen, Routinen, Schnittstellen)
Existenzielle Ebene (persönliche Sinnhaftigkeit, Haltung, Selbstverständnis)
In einer kreativen Abschlussphase sammelte jede Person ihre zentralen Erkenntnisse und formulierte persönliche Learnings, die anschließend auf Papierbannern visualisiert wurden. Diese „Learning-Poster“ ermöglichten eine lebendige Sammlung an Einsichten, die die Vielfalt an Perspektiven und Erfahrungen der Teilnehmenden sichtbar machte.

Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden für zwei produktive Veranstaltungstage und laden Sie dazu ein, uns Ihre Themenwünsche und Bedarfe für weitere Vertiefungen per Mail mitzuteilen: praeventionsketten@hage.de.
Organisation
Die Veranstaltung wurde von der Landeskoordinierungsstelle Präventionsketten Hessen organisiert. Sie ist bei der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE) mit Sitz in Frankfurt am Main angesiedelt.
Das Landesprogramm „Präventionsketten Hessen – Gelingendes Aufwachsen, Kinderrechte leben“ wird durch das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) und die Auridis Stiftung gefördert.
Fotos: © HAGE
Titelbild: © alphaspirit - stock.adobe.com
Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden für zwei produktive Veranstaltungstage und laden Sie dazu ein, uns Ihre Themenwünsche und Bedarfe für weitere Vertiefungen per Mail mitzuteilen: praeventionsketten@hage.de.